Vortrag „Der König von Siam in Eberswalde 1934“ am 12.10.2021 um 19.00 Uhr in der Aula des Gymnasiums „Alexander von Humboldt“

Der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung des Heimatkundevereins wird traditionsgemäß ein thematischer Vortrag vorangestellt, zu dem jeweils auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen wird. In diesem Jahr hatte sich unser Vorsitzender, Martin Hoeck bereiterklärt, seine Recherchen zum o.g. Thema im Rahmen seiner Bachelorarbeit erstmals in Form eines Vortrags vorzustellen. In der Presse wurden bereits mehrmals Informationen und zwischenzeitliche Forschungsergebnisse veröffentlicht. Aber an diesem Abend gab es erstmals eine zusammenhängende Darstellung der Hintergründe der Reise des siamesischen Königspaares, der Ziele und der Bedeutung der Europareise, der Aufmerksamkeit der deutschen Regierung und des Auslandes für den Monarchen aus Fernost. Der Besuch unserer Region stand natürlich im Mittelpunkt des Interesses.

Dies alles trug Martin Hoeck in aufwendiger Recherchearbeit zusammen, seinerzeit inspiriert durch acht Fotos von Hans Borgelt, die Herr Frölich in ehrenamtlicher Arbeit für das Eberswalder Museum digitalisierte und im Februar 2019 den Vereinsmitgliedern in einem Vortrag vorstellte. Sie zeigen Stationen der Reise des Königs Prajadhipok – auch Rama VII. genannt – und seiner Gattin Königin Rambai Barni in Eberswalde und Niederfinow am 7. Juli 1934.

Diese Fotos weckten Martin Hoecks Interesse, der an der Humboldt-Universität in Berlin berufsbegleitend Südostasienwissenschaften studiert und die thailändische Sprache erlernt. Er besuchte deutschlandweit und im Ausland Museen und Archive und trug umfangreiches Material zusammen.

Die 38 Zuhörerinnen und Zuhörer erfuhren, dass das Königspaar während seiner Europareise nur wenige Stunden in der damals bedeutenden Industriestadt Eberswalde verbrachte und sich eher für das neu erbaute Schiffshebewerk mit seiner beeindruckenden Technik interessierte. Auch die Schorfheide war im Besuchsprogramm enthalten. Hier empfing den König, seine Frau und den Adoptivsohn der preußische Ministerpräsident Hermann Göring auf seinem repräsentativen Landsitz Carinhall. Es gab einen Empfang am See und gemeinsame Sport- und Freizeitaktivitäten.

Der Referent trug all dies strukturiert und lebendig vor, die Begeisterung für das Thema war ihm anzumerken. Fotos und umfangreiche Dokumente veranschaulichten die Ausführungen. Ausgehend vom Kurzbesuch des Königspaares entstand ein Lebensbild des Königs, der nicht mehr in sein Heimatland zurückging und 1935 in England abdankte und 1941 dort verstarb.

Martin Hoeck bleibt am Thema und hofft auf weitere Zeugnisse aus der damaligen Zeit. Er dankte den Unterstützern seiner Recherchen, die z.T. als Gäste im Publikum saßen. Im Anschluss gab es einige Nachfragen aus dem Publikum, z.B. zur Tatsache, dass Rama VII. das 76. Kind des vorherigen Königs war.

Frau Klitzke bedankte sich mit einem Präsent beim Vereinsvorsitzenden für den interessanten, aufschlussreichen Vortrag und mit dem Hinweis, dass die Forschungen auch ein Gewinn für das Museum Eberswalde sind. Sie kündigte an, dass es im Frühjahr 2022 eine Ausstellung zum Besuch des siamesischen Königs im Nordflügel des Museums geben wird. Das neue Jahrbuch, das im November des Jahres erscheint, enthält ebenfalls einen Beitrag von Martin Hoeck zum Besuch des siamesischen Königspaares in Eberswalde. Im Übrigen ist für das kommende Jahr sogar auch in Bangkok eine Ausstellung zur Europareise des Königs geplant.

Eberswalde, d. 14.10.2022
Christiane Dorn
Schriftführerin

Vortragender Martin Hoeck, Foto: A. Fellner



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